Dreieich – Ein Rückblick

Gestern sollte es also soweit sein, das erste Mal wartete auf Mica und mich eine Con! Ich war zwar schon mal vor Jahren einmal, kurz auf der MART (Mannheimer Rollenspieler Treffen) gewesen – allerdings reichten mir die damaligen Impressionen Jahre aus, um es nicht noch einmal zu versuchen. Mica besuchte noch nie eine Con und für mich war es nach Jahren auch mal wieder Zeit, dieser großen, besonderen „Sache“ – in unser aller Hobby – eine neue Chance zu geben.

Wir suchten uns die Dreieich-Con aus, da a). sie recht nahe von unserem Wohnort ist und b). ich – bis dato – nur positive Stimmen hierzu vernommen hatte (an dieser Stelle danke @Glgnfz, Alex und Jed Clayton aus dem Tanelorn, die uns das berühmte Wasser im noch berühmteren Munde zusammen laufen liesen – aufgrund ihrer langjährigen Eindrücke).

Akt I – Es beginnt
Schon einige Wochen vorher suchten wir uns aus, was wir tolles auf der Dreieich machen wollten. Spielen stand im Vordergrund! – aber auch einige Workshops wollten besucht werden. Ebenso wollte ich mich unbedingt mit Alex Hartung, dem Macher von Spherechild, treffen und auch die Händler wollten besucht werden.

Die erste Runde die wir im Auge hatten, war eine Labyrinth Lord Runde die auf Myranor angesetzt war und von Moritz Mehlem selbst geleitet wurde. Da noch vor Harpyien gewarnt wurde (ich verstand es als Garantie), konnten und wollten wir uns dieses Crossover der Superlative nicht entgehen lassen. Also nix wie hin und los! Denkste…

Denn zuerst mal war die Anreise, die sportlich schnell im eigenen PKW des Vertrauens vollzogen wurde. Die Parkplatzsuche gestaltete sich „herausfordernd“ – aber nicht unmöglich, kurz vor 10.00 Uhr standen wir also dann in einer recht langen Schlange vor dem Bürgerhaus in Dreieich. Die Spannung stieg und die Schlange ging langsam – aber konstant nach vorne. 1 Stunde und 1 Bio-Sesambretzel später (an dieser Stelle einen leckeren Gruß an die Bio-Bäckerei in Dreieich-Sprendlingen) war es dann soweit – und wir standen vor den Toren. Sehr freundlich empfangen, suchten wir uns an der „Wall“ nun die Runde unseres Begehrs. An der „Wall“ selbst, lief es zu diesem Zeitpunkt noch völlig gesittet ab, dazu später mehr. Der Würfelgott meinte es gut mit uns, den es waren noch 2 Plätze frei. Also Namen drunter und los ging es…oder doch nicht? Die Runde fand nämlich in SB-5 statt. Ahja. Ich wußte nicht wo oder was SB-5 war – kein Problem, der hiesige Infostand half uns schnell und freundlich weiter. Nun konnte es endlich losgehen! Also noch schnell das Gebäude gewechselt, den Raum gesucht (& gefunden) und auch schon 2 weitere Mitspieler begrüßt. Jetzt, endlich, es geht los! Ähm, Moment!

Akt II – Erste Rückschläge
Da saßen wir also, wir wenigen, wir wenigen Glücklichen, wir Schar von Brüdern..und warteten. Kennt ihr das noch aus eurer Kindheit? Da steht ihr an heilig Abend, voller Vorfreude und Spannung, vor dem festlich geschmücken Wohnzimmer und wartet das euch die Glocke Einlass gewährt – aber nichts passiert? So ähnlich war es gestern auch, nichts passierte. 5 Minuten, 10 Minuten, 15 Minuten – nix. Smartphone und Gedächtnis sei Dank, checkte ich im Tanelorn-Forum mal nach ob sich vielleicht die Runde verschoben hätte. Und da las ich, dass Moritz doch nicht auf die Dreieich kommen kann. Schade, sehr schade – noch mehr schade, dass niemand von der Orga uns informieren wollte… Ich informierte die anderen am Tisch und die Gruppe löste sich auf.

Als nächster Termin stand auf unserer „Dreieich, ich will Spaß!“-Liste eine Demorunde von „Codex Novus„, diese allerdings erst um 13.00 Uhr beginnen sollte und zu diesem Zeitpunkt noch nicht aushing. Ihr müßt wissen, dass die angebotenen Spielrunden immer erst zu bestimmten Zeiten veröffentlicht wurden und dass man sich erst eintragen konnte nachdem diese aushingen. Also verbrachte das Junge Paar die Wartezeit doch einfach damit die Aussteller und Händler zu besuchen. (Unsere Einkäufe könnt ihr gerne – soweit Interesse besteht – am Ende des Artikels euch ansehen)

Durch die Präsentation von Schicksalspfade und der freundlichen Beratung von Michael Mingers war dieser Kauf recht schnell entschieden. Auch beim Stand vom Mantikore Verlag wurde Mica recht schnell fündig, dank der ebenso freundlichen Beratung von Nicolai Bonczyk sollten auch hier nicht nur Produkte von „Einsamer Wolf“ in unsere Taschen finden. Leider fand ich allerdings bei keinem Händler das Midgard-Campaign Setting für Pathfinder – umso mehr freute sich gestern Abend der Spährenmeister über eine Bestellung.

Da es auf 13.00 Uhr zusteuerte, warteten schon gleich die Aushänge der nächsten Spielrunden auf uns. Also nix wie hin zum Auto, um die Einkäufe zu verstauen und dann brav einreihen um sich für eine der Spielrunden einzutragen. Juhu, jetzt wird gespielt…nee, doch nicht.

Akt III – Es wird anders als gedacht…aber schöner
Die neuen Runden konnten keine 3 Minuten gehangen haben, als wir uns langsam zu der „Wall“ vorwärts bewegten. Das Gedränge war groß, und es war fast nicht möglich was zu sehen, geschweige denn, sich zu informieren. Es lief zwar noch – einigermaßen – in zivilisierten Bannen ab, aber von dem höflichen miteinander der Eröffnung – war schon weniger zu spüren. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, dass vielleicht gerade Spieler die die 10.00/11.00 Uhr Runden verpasst hatten oder einfach zu einem späteren Zeitpunkt die Con besuchten jetzt unbedingt eine Runde ergattern wollten. Doch merkte man schon deutliche Anzeichen dass der „Höffliche verliert“. Schade eigentlich, aber leider waren auch schon zu dem Zeitpunkt als wir an der Wall waren (also direkt davor) unsere Favorisierten Runden ausgebucht. Interesanterweise konnten wir manche angekündigten Runden garnicht finden, Runden wiederrum – die allerdings garnicht angekündigt waren schon.

Aber nich den Kopf hängen lassen, das wird später bestimmt besser und bis dahin kann man ja einer der vielen tollen Workshops besuchen. So fanden wir uns ein wenig später bei dem Workshop „Regeln vs Epik“ wieder, der von Eevie Demirtel & Marco Findeisen geleitet wurde. Sehr interessant, anschaulich (die Grafischen-Skills von Marco Findeisen waren „Spekatkulär“) und spannend (ich frage mich heute noch immer was aus Bauer Alrik wurde) besprachen die beiden wie sehr Regeln das Spiel hindern, fördern und unterstützen. Auf eine unglaublich sympathische und witzige Art lieferten die beiden Beispiele (auch aus ihren eigenen Gruppen) wie Regeln dem Spiel dienen können – aber in manchen Situationen einfach nur dem „Spielfluss“ – den Aktionen, dem „Spaß“ – im Wege stehen. Welche Möglichkeiten es gibt um dieses zu verbessern und auch die „Regeln zu unterstützen“ – ohne sie (zwangsweise) zu brechen. Der Vortrag war viel zu schnell vorbei und ich selbst hätte noch gerne zu ein paar Punkten mehr gewusst/mich mit den beiden ausgetauscht – doch die Räume waren schon für die nächsten Workshops gebucht. Vielleicht ergibt sich irgendwann anders die Möglichkeit dies nachzuholen, ich würde mich freuen. Auf jeden Fall gehören diese 1,5 Stunden – für mich ganz klar zu den Highlights – und auch zu „DER“ positiven Überraschung an diesem Tag.

Um 16.00 Uhr sollten die neuen Runden für den Abend ausgehängt werden. Also wollten wir uns ein wenig stärken, Koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk und lecker Waffeln sei dank klappte dies auch recht gut. Ich versuchte danach noch bis 16.00 Uhr Alex Hartung zu finden, was mir allerdings auch nicht einmal annähernd gelingen sollte (Alex, das holen wir nach). So, kurz vor 16.00 Uhr war es dann soweit – wir fanden uns in der Halle ein und wollten nun, endlich, bitte einfach nur eine Spielrunde finden. Jetzt mußte es doch gelingen! Obwohl…

Akt IV – Wie beim Untergang der Titanic, nur lustiger!
Freunde meiner Zeilen, was sich in den nächsten 15 Minuten dort abgespielt hat war traurig. Ein „Armutszeugnis“ für unser Hobby – vielleicht sogar ein trauriger (reflektierender) Blick auf Teile unserer Gesellschaft. Es wurde geschubst, es wurde gerdängelt, es wurde geschrieen, es wurde gebrüllt. Da war sie wieder, da war wieder genau dieses enorme Unzoziale Verhalten anderen Gegenüber. Nicht nur das es wirklich erschrekend war wie sich mancher Spieler seinen Platz an der „Wall“ erkämpft hat, nein – auch was an den Aushängen geschah war wirklich armseelig. Da wurden ganze Runden (!) (als Info, eine Runde bestand im Schnitt aus 5-6 Teilnehmern) von einer einzelnen  Person – für sich und seine Freunde – „gebucht“, „Live“ Befragung von Spielergruppen wer an was teilnehmen möchte (um sich dann sogleich bei allen möglichen einzutragen, bei entsprechender Lautstärke versteht sich) und ob all die Personen – die sich in die Listen eingetragen hatten, „freiwillig“ wieder ausgetragen worden sind möchte ich auch bezweifeln. Es war wirklich sehr Schade was sich dort abgespielt hat – und für uns dann tatsächlich auch der Hauptgrund die Dreieich zu verlassen.

Akt V – Epilog
Schade dass die Dreieich für uns so geendet hat und obwohl wir an keiner einzigen Spielrunde teilnehmen konnten fand ich sie schön. In einer Bibliothek spielen zu können fand ich eine großartige Idee, die Orga war meist sehr hilfsbereit und freundlich und auch die Location (mit den drei „Gebäuden“) hatte etwas für sich.
Ob ich die Dreieich nochmal aufsuche weiß ich ehrlich gesagt allerdings nicht, als nächstes Ereignis haben wir uns die MantiCon ausgesucht (und gestern Abend sogar noch die Karten bestellt :-)). Wir beide sind sehr gespannt wie es bei dieser ablaufen wird – vor allem aber sind wir beide sehr gespannt wie die MantiCon (für uns) im Vergleich zur Dreieich sein wird – wir freuen uns drauf.

         

         

This entry was posted in Con. Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *